Vom Wunsch, gesucht zu werden

Liebe Leserin, lieber Leser, ich freue mich, dir die neue Rubrik Eigensinn vorstellen zu dürfen, die sich mit zentralen Fragen rund um psychische Krankheiten auseinandersetzt. Den Auftakt bildet mein neuer Text Vom Wunsch, gesucht zu werden. Darin geht es um Nico, einen jungen Mann in meinem Alter, den ich im Rahmen eines Praktikums in einer psychiatrischen Klinik kennenlernen durfte. Nico hat die Diagnose Schizophrenie, obwohl er auf den ersten Blick überhaupt nicht so wirkt, wie man sich ,,einen Schizophrenen‘‘ vorstellt. Im Gegenteil, Nico ist ein lebensfroher junger Mann auf der Schwelle zum Erwachsenen, der sein Leben genießen möchte wie alle anderen in seinem Alter. Wenn da nicht diese Eltern, Psychiater usw. wären, die meinen, er stecke in ernsten Schwierigkeiten. Fragt man Nico: ,,Wie geht’s?‘‘, antwortet er zuverlässig: ,,Tiptop!‘‘ Und doch vertraut er mir an: ,,Ich wünschte, über all das könnte ich weinen, aber immer kann ich nur lachen.‘‘ 

Trailer zum Text

Der neue Trailer zu meiner Kurzgeschichte Glücksbringer ist ab sofort online. Ihr könnt ihn direkt hier anschauen oder auf der Seite Lesungen. Und vielleicht macht euch das Video ja Lust auf den ganzen Text – viel Spaß beim Anschauen & Lesen!

Lesungen

Liebe Leserinnen & Leser,

Ich freue mich, euch heute eine neue Rubrik zu präsentieren: Die HINTERSINN-Lesungen! Und weil es die allererste Lesung ist, wird es eine ganz spezielle Lesung. Sie nimmt euch mit auf einen nächtlichen Spaziergang. Seid dabei, wenn heute Nachmittag um Punkt 17:00 Uhr der Vorhang gelüftet wird. Kauft noch rasch Popcorn ein, stellt ein Bier kühl, und dann klickt auf die neue Seite LESUNGEN.  Es handelt sich um eine YouTube-Premiere, ihr könnt also zeitgleich kommentieren 😉

Viel Vergnügen!

Glücksbringer

Noch vorhin spürte er die Nachmittagssonne durch das Balkonfenster und dachte an all die Studenten, die um diese Zeit längst den Arbeitstag abgeschlossen hatten und nun in Cafés und Bars ihre Freunde trafen und flirteten und all das taten, was man gemeinhin ,,leben‘‘ nennt, und zufrieden registrierte Alexander, dass er nicht die geringste Sehnsucht verspürte, ein Teil davon zu werden. Im Gegenteil, dass er hier drinnen saß und Wittgenstein las, adelte ihn. Hier war er ihnen ausnahmsweise überlegen. Aber jetzt zählt das nicht mehr. Jetzt ist er nicht mehr alleine. / Zum Text

Sommerhaus, später

Judith Hermanns Geschichten handeln nicht von Ausnahmemenschen, ihre Protagonisten sind von der Sorte, der man tagtäglich im Bus oder Café begegnen könnte. Und dennoch können sie einen erstaunen und überrumpeln, auch verärgern. / Hintersinn über den Eigensinn von Judith Hermanns Figuren.

Zuggespräche

Noch vor zehn Wochen hätte Tim, 25, Informatikstudent, nicht geahnt, dass er bald im Zug einer jungen Frau mit Sommersprossen gegenübersitzen und um die richtigen Worte ringen würde. Allerdings hat er vor zehn Wochen auch nicht damit gerechnet, dass Sarah eine offene Beziehung vorschlagen würde. Zehn Wochen sind eine lange Zeit, wenn die Freundin, mit der man fünf Jahre zusammen war, auf einmal nicht mehr da ist. Daran darf er jetzt nicht denken. Er muss sich konzentrieren. Er hat eine Aufgabe: Zwei Namen pro Tag, um die Furcht abzutrainieren. ZUM TEXT

Fallbeispiele

Eines Abends steht Karin vor Joshuas Tür. Mit Andreas sei endgültig Schluss, verrät sie Joshua. Der gibt sich endlich einen Ruck und küsst sie. Hätte er zu diesem Zeitpunkt schon gewusst, auf was er sich einlässt, hätte er sich eine Menge Ärger ersparen können. Aber auch eine gute Geschichte.

Das ist die Geschichte von Karin und Andreas. Psychologiestudierende und Vorzeigepaar. Er ehrgeizig und bereits Betreuer seines eigenen Bachelorstudenten, Joshua. Sie bildhübsch, charmant und treu.

Zeit, Andreas‘ und Karins vorbildlichen Eindruck um ein paar interessante Details zu ergänzen.

Der Verrat

Ein Gutes hat die Corona-Krise: Sie bietet optimale Bedingungen für Schriftsteller! DER VERRAT ist die Geschichte von Svenja und Nattie, beste Freundinnen. Doch dann macht Nattie mit ihrem Freund Schluss, und auf einmal bricht ein bisher verborgener Konflikt auf.

Romanze bei Mondschein am See

Es ist nach Mitternacht, um diese Zeit ist die Straße vom Blausee zur Stadt tot. Doch in dieser Nacht bewegt sich etwas auf der linken Spur. Ein junger Mann läuft bergabwärts, die Hände in den Taschen; an Handschuhe hat er nicht gedacht. Um Ein Uhr nachts die fünfundzwanzig Kilometer vom Blausee zur Stadt laufen zu müssen, war in seinem Plan nicht vorgesehen. Der Plan war eigentlich, die Nacht in Gesellschaft zu verbringen. In weiblicher Gesellschaft. Aber manche Abende verlaufen außerplanmäßig. ZUM TEXT.

Heiko

,,Was wünschen Sie sich, Frau Liebig?‘‘ Aber sie kann es nicht aussprechen. Er weiß es ohnehin. ,,Ich kann fliegen.‘‘, ermuntert Heiko. ,,Ich könnte Sie mitnehmen.‘‘