Eigensinn

,,Das einzig lebenswerte Abenteuer kann für den modernen Menschen nur noch innen zu finden sein.'' - Carl Gustav Jung

Das ,,Normale“ gibt es nur als Idee, von der wir alle abweichen – manche mehr, manche weniger. Doch ab wann wird aus einer Abweichung eine ,,psychologische Störung“? Warum gilt ein und dasselbe Verhalten in diesem Kontext als ,,verrückt“, in jenem dagegen als völlig gesund? Ab wie vielen Anhängern wird aus dem Wahnsinn ein neuer Realitätssinn?

,,Ich bin der Geist, der stets verneint. Ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft. Bevor Ihr mich Satan schimpft, nennt mich Bernd geschwind.‘‘ Drei Monate lang lernte ich Bernd F. jeden Donnerstag in der Gruppentherapie und auf den fünf Minuten gemeinsamen Wegs danach immer näher kennen. Er erklärte mir, weshalb er sich einen ,,Büchercasanova“ nenne, brachte mich mit seinen selbst ausgedachten Rätseln an meine Grenzen und willigte schließlich ein, dass ich ein Diagnostisches Interview mit ihm führte. So lernte ich auch seine Geschichte kennen. Und je mehr ich darüber erfuhr, desto stärker hatte ich das Gefühl, dass diese Geschichte es verdient, erzählt zu werden. / ZUM TEXT

,,Keine Freude''

,,Warum bist du so normal?''

Was haben Elon Musk, Rainbow Gatherings und ein schizophrener Patient gemeinsam? In mehreren Texten gehe ich der Frage nach: Wie unterscheiden wir eigentlich zwischen ,,normal“ und ,,verrückt“? Teil 1 widmet sich dem Phänomen Elon Musk: Wenn Verrücktheit zur Werbemasche wird…

Materialismus und Nahtoderfahrungen

Um die Universalhypothese, alle Schwäne seien weiß, zu widerlegen, genügt ein einziger schwarzer Schwan. Um das materialistische Paradigma, Bewusstsein sei ein Produkt des Gehirns, zu widerlegen, bedarf es nur eines Falls, in dem Bewusstsein unabhängig vom Gehirn existiert. Daher geht es nun um Nahtoderfahrungen.

Vom Wunsch, gesucht zu werden

Im Zentrum meines Zyklus‘ Vom Wunsch, gesucht zu werden steht Nico: ein junger Mann in meinem Alter, den es wirklich gibt und den ich im Rahmen eines Praktikums in einer psychiatrischen Klinik kennenlernen durfte. Nico hat die Diagnose Schizophrenie, obwohl er auf den ersten Blick überhaupt nicht so wirkt, wie man sich ,,einen Schizophrenen‘‘ vorstellt. Im Gegenteil, Nico ist ein lebensfroher junger Mann auf der Schwelle zum Erwachsenen, voller Neugier auf die Welt, der sein Leben genießen möchte wie alle anderen in seinem Alter. Wenn da nicht diese Eltern, Psychiater undsoweiter wären, die meinen, er stecke in ernsten Schwierigkeiten. Fragt man Nico: ,,Wie geht’s?‘‘, antwortet er zuverlässig: ,,Tiptop!‘‘ Und doch vertraut er mir an: ,,Ich wünschte, über all das könnte ich weinen, aber immer kann ich nur lachen.‘‘