Die Angst, das Leben zu verpassen

Lionel studiert als einer von vielen in Freiburg Germanistik, aber eigentlich ist er Schriftsteller, Drehbuchautor, Journalist, Rapper. Als ,,The A‘‘ rappt er über die Probleme seiner Generation, wie die mickrige Auswahl an Feiermöglichkeiten in Freiburg. Als Drehbuchautor lässt Lionel sich nicht entmutigen. Nach einer Absage der Film-Uni Babelsberg bewirbt er sich einfach direkt für den Master. Nachdenken über berufliche Zukunft oder gar Studienberatung findet er spießig. In einem Pausensemester stolpert Lionel in eine ,,Freundschaft Plus‘‘ mit seiner Mitbewohnerin Isa, ebenfalls Germanistikstudentin, aber eigentlich Sängerin. Wie zuvor bereits Lionels Ex-Freundin Tania möchte Isa sich in Beziehungen alle Türen offenhalten. Überhaupt umgibt Lionel sich ausschließlich mit offenen Leuten. / WEITERLESEN

,,Keine Freude“

,,Ich bin der Geist, der stets verneint. Ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft. Bevor Ihr mich Satan schimpft, nennt mich Bernd geschwind.‘‘ Drei Monate lang lernte ich Bernd F. jeden Donnerstag in der Gruppentherapie und auf den fünf Minuten gemeinsamen Wegs danach immer näher kennen. Er erklärte mir, weshalb er sich einen ,,Büchercasanova“ nenne, brachte mich mit seinen selbst ausgedachten Rätseln an meine Grenzen und willigte schließlich ein, dass ich ein Diagnostisches Interview mit ihm führte. So lernte ich auch seine Geschichte kennen. Und je mehr ich darüber erfuhr, desto stärker hatte ich das Gefühl, dass diese Geschichte es verdient, erzählt zu werden. / ZUM TEXT

,,Warum bist du so normal?“

Was haben Elon Musk, Rainbow Gatherings und ein schizophrener Patient gemeinsam? In mehreren Texten gehe ich der Frage nach: Wie unterscheiden wir eigentlich zwischen ,,normal“ und ,,verrückt“? Teil 1 widmet sich dem Phänomen Elon Musk: Wenn Verrücktheit zur Werbemasche wird…

Materialismus und Nahtoderfahrungen

Um die Universalhypothese, alle Schwäne seien weiß, zu widerlegen, genügt ein einziger schwarzer Schwan. Um das materialistische Paradigma, Bewusstsein sei ein Produkt des Gehirns, zu widerlegen, bedarf es nur eines Falls, in dem Bewusstsein unabhängig vom Gehirn existiert. Daher geht es nun um Nahtoderfahrungen.

Vom Wunsch, gesucht zu werden

Liebe Leserin, lieber Leser, ich freue mich, dir die neue Rubrik Eigensinn vorstellen zu dürfen, die sich mit zentralen Fragen rund um psychische Krankheiten auseinandersetzt. Den Auftakt bildet mein neuer Text Vom Wunsch, gesucht zu werden. Darin geht es um Nico, einen jungen Mann in meinem Alter, den ich im Rahmen eines Praktikums in einer psychiatrischen Klinik kennenlernen durfte. Nico hat die Diagnose Schizophrenie, obwohl er auf den ersten Blick überhaupt nicht so wirkt, wie man sich ,,einen Schizophrenen‘‘ vorstellt. Im Gegenteil, Nico ist ein lebensfroher junger Mann auf der Schwelle zum Erwachsenen, der sein Leben genießen möchte wie alle anderen in seinem Alter. Wenn da nicht diese Eltern, Psychiater usw. wären, die meinen, er stecke in ernsten Schwierigkeiten. Fragt man Nico: ,,Wie geht’s?‘‘, antwortet er zuverlässig: ,,Tiptop!‘‘ Und doch vertraut er mir an: ,,Ich wünschte, über all das könnte ich weinen, aber immer kann ich nur lachen.‘‘ 

Trailer zum Text

Der neue Trailer zu meiner Kurzgeschichte Glücksbringer ist ab sofort online. Ihr könnt ihn direkt hier anschauen oder auf der Seite Lesungen. Und vielleicht macht euch das Video ja Lust auf den ganzen Text – viel Spaß beim Anschauen & Lesen!

Lesungen

Liebe Leserinnen & Leser,

Ich freue mich, euch heute eine neue Rubrik zu präsentieren: Die HINTERSINN-Lesungen! Und weil es die allererste Lesung ist, wird es eine ganz spezielle Lesung. Sie nimmt euch mit auf einen nächtlichen Spaziergang. Seid dabei, wenn heute Nachmittag um Punkt 17:00 Uhr der Vorhang gelüftet wird. Kauft noch rasch Popcorn ein, stellt ein Bier kühl, und dann klickt auf die neue Seite LESUNGEN.  Es handelt sich um eine YouTube-Premiere, ihr könnt also zeitgleich kommentieren 😉

Viel Vergnügen!

Glücksbringer

Noch vorhin spürte er die Nachmittagssonne durch das Balkonfenster und dachte an all die Studenten, die um diese Zeit längst den Arbeitstag abgeschlossen hatten und nun in Cafés und Bars ihre Freunde trafen und flirteten und all das taten, was man gemeinhin ,,leben‘‘ nennt, und zufrieden registrierte Alexander, dass er nicht die geringste Sehnsucht verspürte, ein Teil davon zu werden. Im Gegenteil, dass er hier drinnen saß und Wittgenstein las, adelte ihn. Hier war er ihnen ausnahmsweise überlegen. Aber jetzt zählt das nicht mehr. Jetzt ist er nicht mehr alleine. / Zum Text

Sommerhaus, später

Judith Hermanns Geschichten handeln nicht von Ausnahmemenschen, ihre Protagonisten sind von der Sorte, der man tagtäglich im Bus oder Café begegnen könnte. Und dennoch können sie einen erstaunen und überrumpeln, auch verärgern. / Hintersinn über den Eigensinn von Judith Hermanns Figuren.

,,Ist da noch frei?“

Noch vor zehn Wochen hätte Tim, 25, Informatikstudent, nicht geahnt, dass er demnächst im Zug einer fremden Frau gegenübersitzen und nach den richtigen Worten suchen wird. Allerdings hat er vor zehn Wochen auch noch nicht geahnt, dass Sarah Schluss machen wird. Er darf jetzt nicht daran denken. Er hat eine Mission zu erfüllen. Zwei Frauen pro Tag, um die Angst zu verlieren. / WEITERLESEN